Die Bedeutung von Dunkelheit für Cannabispflanzen


Wie jede Pflanze braucht Cannabis Licht, um zu gedeihen. Gib Deinen Pflanzen reichlich lange Tage in der Sonne und Du wirst sehen, wie sie in null Komma nichts groß und stark werden. Aber wusstest Du, dass Dunkelphasen genauso wichtig für die Pflanzengesundheit und -entwicklung sind? Lies weiter, um herauszufinden, warum.

EIN TAG IM LEBEN EINER CANNABISPFLANZE

Cannabispflanzen benötigen einen sehr strengen Licht-Dunkel-Zyklus, um zu gedeihen. In der Natur werden Cannabispflanzen normalerweise im Frühling oder Frühsommer keimen. Sie werden in ihre vegetative Phase kommen und schließlich gegen Ende des Sommers/in den ersten Herbstwochen in die Blüte übergehen.

Was die Blüte gegen Sommerende auslöst, ist eine Veränderung im Lichtzyklus der Pflanze. Diese Reaktion wird Photoperiodismus genannt. Weil die Tage kürzer werden, bringt die Pflanze Blüten hervor, um sich vor der Winterzeit zu vermehren.

Um sie von der Blüte abzuhalten, wird eine Cannabispflanze mindestens 14 Stunden Licht pro Tag brauchen. Wenn Du im Freien anbaust, ist es praktisch unmöglich, die Lichtmenge zu kontrollieren, die Deine Pflanzen abbekommen, außer Du nutzt besondere Lichtentzugstechniken. Im Zuchtzelt kann man jedoch mit der Nutzung von Anbaulampen den Lichtzyklus einer Pflanze manipulieren.

Während der vegetativen Phase werden die meisten Erzeuger ihren Pflanzen pro Tag rund 18 Stunden ununterbrochen Licht geben. Manche ziehen es sogar vor, ihre Pflanzen mit einem 24-Stunden-Lichtzyklus anzubauen.

Es ist aber wichtig, daran zu denken, dass die Dunkelphase einer Pflanze ausschlaggebend für ihre Entwicklung und ihr Wachstum ist. Und zwar aus folgenden Gründen:

WAS GESCHIEHT IN DER DUNKELHEIT?

Um die Bedeutung des Dunkelzyklus einer Pflanze zu verstehen, müssen wir zuerst die Prozesse der Photosynthese und Atmung verstehen.

Die Photosynthese beinhaltet drei Hauptelemente: Lichtenergie, Wasser und Kohlendioxid. Pflanzen nutzen Sonnenlicht, um Kohlendioxid in der Umwelt und im Wasser, das sie vom Boden aufnehmen, zu verstoffwechseln. Auf diese Weise produzieren sie im Grunde Kohlenstoff- und Sauerstoffverbindungen. Dann verwenden sie den Kohlenstoff als Energie für das Wachstum und setzen Sauerstoff wieder in die Atmosphäre frei.

Während die Photosynthese, die Verbindungen in Wasser und Kohlendioxid aufspaltet, baut die Atmung sie im Wesentlichen wieder auf. Anstatt Kohlenstoffmoleküle von Wasser und Kohlendioxid zu trennen, werden die Pflanzen atmen, um diese Verbindungen aus dem Kohlenstoff, den sie aus der Photosynthese gespeichert haben, und dem Sauerstoff in der Luft wiederherzustellen.

Pflanzen können nur in der Gegenwart von Licht aktiv Photosynthese betreiben, was heißt, dass sie dies nur tagsüber tun. Allerdings können Pflanzen ohne Licht atmen und tun dies sowohl tagsüber als auch während der Nacht.

Die meisten Pflanzen werden auch die während des Tages produzierte Energie automatisch speichern, um durch die Nacht zu kommen. Die meisten Pflanzen speichern diese Energie als Stärke. Sie wandeln diese Energie während der Nacht dann schrittweise um, bevor sie mehr davon produzieren, sobald der nächste Tag beginnt.

Daher ist die Nacht tatsächlich eine sehr wichtige Zeit für Pflanzen, da sie dann die Energie auf natürliche Weise verstoffwechseln, die sie während des Tages so mühsam erzeugt haben. Damit eine Pflanze diese Energie jedoch richtig metabolisiert, muss sie einem genauen Lichtzyklus ausgesetzt sein.

WARUM IST EIN EXAKTER LICHTZYKLUS SO WICHTIG?

WARUM IST EIN EXAKTER LICHTZYKLUS SO WICHTIG?

Du hast wahrscheinlich Grower schon über "Lichtlecks" reden hören und wie wichtig es ist, sicherzustellen, dass während der Dunkelphase einer Pflanze kein Licht in Deinen Grow Room durchgelassen wird. Dahinter steckt ein einfacher Grund.

Genau wie Menschen haben Pflanzen eine innere Uhr. Immerhin wirst Du bemerken, dass Dein Körper am Morgen automatisch aufwacht und während des Tages müde wird, was Dich dazu bringt, Dich auszuruhen. Diesen Rhythmus (als der circadiane Rhythmus bekannt) aufrechtzuerhalten, ist der Schlüssel für die Sicherstellung, dass unsere Körper ordnungsgemäß funktionieren.

Für Pflanzen ist es genauso wichtig, einem genauen Rhythmus zu folgen. Zuallererst nutzen Pflanzen diese innere Uhr, um ihre Energiewerte und ihren Metabolimus zu regulieren, um zu gewährleisten, dass sie es durch die Nacht schaffen. Allerdings verwenden Pflanzen ihre innere Uhr auch, um festzustellen, welche Jahreszeit es ist und wann sie in die Blüte gehen müssen.

Bei Cannabispflanzen wird dieser Rhythmus während der Blütephase extrem wichtig. Unterbrechungen der Dunkelphase einer Pflanze können die Pflanze stressen und sie tatsächlich wieder in den vegetativen Zustand zurücksetzen oder noch Schlimmeres anrichten.

Alternativ kann Lichtstress zudem zu Hermaphroditismus führen. Weibliche Cannabispflanzen können männliche Merkmale entwickeln, um ihre eigenen Blüten zu bestäuben, wenn sie erkennen, dass die Bedingungen für die Blüte zu schwierig sein könnten.

Im Wesentlichen ist Hermaphroditismus eine Art Verteidigungsmechanismus, um zu gewährleisten, dass sich die Pflanze auch dann vermehren und Samen produzieren kann, wenn die Bedingungen nicht richtig sind.

DUNKELHEIT: DIE BESTE FREUNDIN VON CANNABIS

Wie Du sehen kannst, ist Dunkelheit genauso wichtig für den Anbau von gesunden und starken Cannabispflanzen wie Licht. Sie hilft der Pflanze nicht nur, Energie zu verstoffwechseln und zu wissen, wann sie blühen muss, Unterbrechungen im Lichtzyklus einer Pflanze können auch bewirken, dass sie wieder in die Wachstumsphase zurückkehrt oder womöglich Hermaphroditismus auslösen.