Medizinisches Marihuana und die Behandlung von Dickdarmkrebs


Darmkrebs betrifft den Dickdarm. Dickdarm- und Rektalkrebs sind die zweithäufigsten Ursachen für tödlich verlaufenden Krebs. Für 2017 wird geschätzt, dass sie für über 50.000 Tote in den USA und für viele viele weiter auf der ganzen Welt verantwortlich sein werden.

Immer mehr zuverlässige Studien lassen vermuten, dass Cannabis und Cannabinoide eine wichtige Rolle bei der möglichen Behandlung von- und dem Umgang mit einer Vielzahl unterschiedlicher Krebsarten spielt. Könnte also medizinisches Marihuana auch dabei helfen, Dickdarmkrebs zu heilen?

DICKDARMKREBS VERSTEHEN

Dickdarmkrebs tritt häufig gemeinsam mit Rektalkrebs auf und wird zusammengefasst Kolorektalkrebs genannt. Darmkrebs zeichnet sich durch bösartige Tumorbildungen im Dickdarm aus.

Der Dickdarm dient als letzter Teil des Verdauungstrakts. Er spielt eine lebenswichtige Rolle dabei, Wasser und Nährstoffe der verdauten Nahrung aufzunehmen, bevor er sie in Fäkalien verwandelt.

Sowohl Dickdarm- als auch Rektalkrebs treten zunächst typischerweise in Form von harmlosen Geschwülsten wie Polypen kleinflächig auf. Diese Polypen bilden sich normalerweise in der inneren Schicht des Darms und können nach einer Weile krebsartig werden.

Es existieren zwei Hauptarten von Polypen, die sich im Dickdarm und im Rektum bilden können: adenomatöse (Adenome) und hyperplastische Polypen.

Hyperplastische und entzündliche Polypen treten häufiger auf, aber können sich normalerweise nicht in Krebs verwandeln. Adenome können sich andererseits mit höherer Wahrscheinlichkeit krebsartig entwickeln.

Es existieren mehrere Faktoren, die beeinflussen können, ob sich ein Polyp zu Krebs entwickelt oder nicht. Bei Patienten mit großen oder mehreren Polypen (mehr als zwei) wird normalerweise vermutet, dass bei ihnen ein höheres Risiko vorliegt, dass die Polypen sich zu Krebs entwickeln.

Dysplasie, ein Zustand, in dem die Tumorzellen ungewöhnlich aussehen aber noch nicht echten Krebszellen ähneln, wird auch mit einem höheren Risiko einer Entwicklung der Polypen zu Krebs in Verbindung gebracht.

Dickdarmkrebs wächst schließlich in die Wand des Dickdarms ein. Dabei kann er Blut- oder Lymphgefäße erreichen, durch die er sich dann in nahegelegene Lymphknoten oder andere Körperteile ausbreiten kann. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass nicht alle Polypen sich zu Krebs entwickeln.

DIE SYMPTOME VON DICKDARMKREBS

Die folgenden Symptome treten häufig in Verbindung mit Darmkrebs auf:

  • Eine Veränderung der Stuhlganggewohnheiten (wie Durchfall, Verstopfung oder eine Änderung der Konsistenz), die mehr als vier Wochen andauert.
  • Rektale Blutung oder blutiger Stuhl.
  • Anhaltende Bauchbeschwerden, wie Schmerzen und Krämpfe.
  • Schwäche oder Müdigkeit.
  • Nicht-erklärbarer Gewichtsverlust.

Die meisten Patienten haben in den frühen Stadien der Krankheit keine Symptome. Die Symptome variieren je nach Größe und Ort der einzelnen Krebsarten von Patient zu Patient.

CANNABIS UND DICKDARMKREBS

Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Untersuchungen, die die Beziehung zwischen Cannabinoiden und Krebs erforschen. Doch obwohl es in der medizinischen Gemeinschaft noch keinen soliden Konsens darüber gibt, wie Cannabis und seine Bestandteile das Wachstum von Tumoren beeinflussen können, hat die jüngste Forschung einige interessante Ergebnisse hervorgebracht.

Eine Anzahl von Studien hat sich mit den genauen Auswirkungen von Cannabinoiden auf Dickdarmkrebs beschäftigt. Eine der Studien, die im Journal of Molecular Medicine 2012 veröffentlicht wurde, hat sich mit den Auswirkungen von Cannabidiol (CBD) auf Mäuse mit Dickdarmkrebs beschäftigt.

Die Studie besagt, dass CBD eine eindeutige Wirkung gegen Krebs hat. Es wirkt den Auswirkungen von Azoxymethan (einer krebserzeugenden und neurotoxischen Chemikalie, welche verwendet wurde, um in der biologischen Forschung Krebs auszulösen) entgegen, indem die Bildung von Polypen und Tumoren reduziert wird.

Inzwischen wurde in der Studie auch beobachtet, dass CBD dazu beiträgt, die DNA vor oxidativen Schäden, erhöhten Endocannabinoidspiegeln und verminderter Zellverbreitung zu schützen. Eine Folgestudie legt nahe, dass CBD diese Wirkungen durch Interaktion mit CB1-Rezeptoren hervorbringt. Dies wiederum legt nahe, dass das Endocannabinoid-System bei der Behandlung von Krebs und Tumoren stark beteiligt ist.

Eine andere Studie, die 2004 im Journal of Clinical Investigation veröffentlicht wurde, verwendete ebenfalls Mäuse als Versuchstiere, um die Auswirkungen der Cannabinoid-Signalgebung auf Dickdarmkrebs zu untersuchen.

In der Studie fand man heraus, dass die Aktivierung des Endocannabinoid-Systems (ECS) sowohl von Phyto- als auch von Endocannabinoiden zum Schutz gegen Dickdarmentzündungen beitrug. Dies deutet darauf hin, dass das ECS und Cannabinoide eine wichtige Rolle bei der Behandlung von- und dem Umgang mit Darmkrebs spielen könnten.

Neben diesen Studien hat eine weit größere Anzahl an Forschungsarbeiten die Auswirkungen des ECS und Cannabinoiden auf Krebs im Allgemeinen untersucht.

Eine Studie aus dem Jahr 2004, die im Life Sciences veröffentlicht wurde, zeigte zum Beispiel, dass Tetrahydrocannabinol (oder THC, der wesentliche psychoaktive Bestandteil von Cannabis) effektiv die Größe von Melanom-Tumoren bei Mäusen reduzierte.

Ein 2011 erschienener Artikel aus dem Cancer Prevention Research Journal zeigte hingegen auf, dass Cannabinoide und andere CB1- und CB2-Agonisten das Wachstum und die Ausbreitung von Lungentumoren verlangsamen konnten.

CANNABIS UND DER KAMPF GEGEN DEN KREBS

Unzählige weitere Studien haben die Auswirkungen von Cannabinoiden untersucht, sowohl was die pflanzlichen als auch die körpereigenen betrifft. Untersucht wurde dabei die Entwicklung und Verbreitung einer Vielzahl von Krebserkrankungen einschließlich Hirntumoren, Leukämie, Leber und mehr.

Neben dieser Studie gibt es auch jede Menge anekdotisches Beweismaterial von Patienten, die behaupten, dass sie den Krebs mit Hilfe von medizinischem Cannabis besiegen konnten.

Anekdotische Beweise werden jedoch auf dem Gebiet der medizinischen Forschung nicht als besonders hoch angesehen. Die Berichte von Patienten und die zunehmende Evidenz aus klinischen und anderen kontrollierten Studien machen jedoch deutlich, dass Cannabis und ECS eine wichtige Rolle bei der Behandlung aller Arten von Tumoren, einschließlich Darmkrebs, spielen.

Hoffentlich können wir mit weiteren Untersuchungen über die Beziehung zwischen Cannabis und Krebs bald konkrete Schlussfolgerungen darüber ziehen, wie man Cannabinoide bei der Behandlung von Tumoren wie Dickdarmkrebs einbeziehen kann.

Hinweis: Wir haben die allergrößte Sorgfalt und Vorsicht walten lassen, während wir diese Artikel geschrieben haben. Beachte bitte gleichwohl die Tatsache, dass wir in keinster Weise Ärzte sind. Cannabis.info ist grundsätzlich eine Nachrichten- und Informations-Webseite. Dieser Inhalt zielt nicht darauf ab, ein Ersatz für professionellen medizinischen Rat, eine Diagnose oder Behandlung zu sein.