Medizinisches Marihuana Und Die Behandlung Von Lungenkrebs

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Lungenkrebs ist mit Abstand der häufigste Auslöser für einen Krebstod, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Jedes Jahr sterben mehr Menschen an Lungenkrebs als an Darm-, Brust- und Prostatakrebs zusammen.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Lungenkrebs sind, wie bei anderen Krebsarten auch, sehr limitiert. Allerdings legen Forschungen nahe, dass Cannabis sich als attraktive Alternative bewähren könnte.

LUNGENKREBS VERSTEHEN

Lungenkrebs zeichnet sich durch aggressives Tumorwachstum in den Lungen aus. Es gibt drei Hauptarten von Lungenkrebs:

  • Nicht-kleinzellige
  • Kleinzellige
  • karzinoide Tumore

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs ist der am häufigsten auftretende der drei und verantwortlich für ungefähr 80% aller Lungenkrebsfälle.

Offensichtlich spielt die Lunge eine lebenswichtige Rolle im menschlichen Körper. Wenn wir atmen, tritt Luft in die Lunge ein, in der Sauerstoff aufgenommen und in den Blutkreislauf geleitet wird. Sauerstoff ist ein lebenswichtiger Treibstoff für unseren Körper und ohne ihn können unsere Zellen nicht funktionieren und der Körper gibt den Geist auf.

Beim Ausatmen wird das Kohlendioxid (das Nebenprodukt einer Vielzahl unterschiedlicher Zellaktivitäten) aus unserem System befördert und in die Atmosphäre freigegeben. Die Lungen sind außerdem mit einem Netzwerk aus nahegelegenen Lymphknoten und dem kompletten Lymphgefäßsystem verbunden.

Lungenkrebs beginnt für gewöhnlich in den Bronchien. Allerdings kann er sich auch in der Luftröhre, den Bronchiolen und den Lungenbläschen entwickeln. Während der Tumor wächst, kann er leicht die Lymphknoten infizieren und außerdem über das Blut oder das Lymphgefäßsystem in andere Teile des Körpers streuen.

Lungentumoren, genau wie andere Arten von Krebs, werden durch unnatürliches Zellenwachstum ausgelöst. Diese Zellen schließen sich zusammen, um einen Tumor zu formen, der mit der Zeit weiter wächst.

Das Wachstum des Tumors verursacht eine Beeinträchtigung der Lungenfunktionen, was Symptome wie anhaltenden Husten, Schmerzen in der Brust, Keuchen und einige andere Symptome verursacht. Wenn sich der Tumor ausbreitet, beginnt er, auch andere Körperfunktionen zu befallen.

Der häufigste Grund für Lungenkrebs ist das Rauchen. Der Rauch von Zigaretten oder anderen Substanzen enthält gesundheitsschädliche Chemikalien, die die Lungen schädigen. Veränderungen im Lungengewebe entstehen fast unmittelbar beim Inhalieren von Rauch. Nach einer Zeit verschlimmern sich die Schäden an den Lungen und die Zellen des Organs verhalten sich abnormal, was schließlich zu Krebsbildung führt.

Allerdings ist es auch wichtig zu erwähnen, dass Lungenkrebs auch Menschen betreffen kann, die in ihrem Leben nie geraucht haben. In diesen Fällen kann der genaue Auslöser für den Krebs nur schwer bestimmt werden.

Andere Faktoren, die ein Lungenkrebsrisiko steigern könnten, sind unter anderem die Belastung durch Asbest, Radongas oder andere krebserregenden Substanzen, die über die Luft in die Lunge gelangen. Auch die familiäre Krankenvorgeschichte ist ein Faktor.

Lungenkrebs kann mit Hilfe von Operationen behandelt werden. Das bedeutet normalerweise, dass ein Teil der Lunge, der einen Tumor enthält, entfernt werden muss oder sogar die komplette Lunge.

Alternativ existieren Behandlungen, die Chemotherapie und Bestrahlungstherapie, sowie gezielte Pharmakotherapie beinhalten könnten.

MEDIZINISCHES MARIHUANA UND LUNGENKREBS

Medizinisches Marihuana ist zu einem Schlagwort in der Medizinbranche geworden. Obwohl es noch vieles gibt, das wir nicht über Cannabis und seine Wirkung auf den Körper wissen, haben Forschungen gezeigt, dass die Pflanze einzigartige medizinische Eigenschaften besitzt.

Wenn über Krebs gesprochen wird, wird Cannabis häufig als Lösung für die Nebenwirkungen der Krankheit oder Behandlung diskutiert. Unter anderem als Mittel für die Schmerzregulierung, Förderung des Appetits oder die Behandlung von Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen. Allerdings zeigten Untersuchungen auch, dass Cannabis einzigartige Anti-Tumor-Wirkungen besitzt.

Einige der ersten Studien, die die Wirkung von Cannabinoiden wie THC und CBD auf Krebszellen untersuchten, wurden bereits in den 1980ern und 1990ern durchgeführt. Seitdem haben medizinische Forscher die Auswirkungen des Medikaments bei Krebs sehr viel genauer unter die Lupe genommen.

Heute haben eine Reihe von Studien die Auswirkungen von Cannabinoiden auf Tumoren untersucht, einschließlich bei Gehirn, Brust-, Darm- und Hautkrebs und vielen anderen Krebsarten. In einer Handvoll Studien wurde sich außerdem auf die Wirkung von Cannabis bei Lungenkrebs spezialisiert.

Beispielsweise untersuchte 2011 ein Artikel des Cancer Prevention Research Journal die Rolle von Cannabis-Rezeptoren als zielgerichtete Therapie gegen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Sowohl mit Hilfe von in-vitro- als auch in-vivo-Beweisen konnten die Forscher herausfinden, dass CB1- und CB2-Agonisten das Tumor- und Metastasenwachstum verlangsamen konnten.

In der gleichen Studie wurde außerdem herausgefunden, dass CB-Agonisten bestimmte Bahnen anregen konnten, die den Tod von Tumorzellen (oder Apoptose) auslösten. In der Zusammenschau deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass sowohl CB1 als auch CB2 als Ziele für neue therapeutische Ansätze bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs verwendet werden könnten.

Weiterhin fand ein Team von Forschern des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie an der Universität Rostock heraus, dass CBD, das zweithäufigste Cannabinoid in Cannabis, Anti-Tumor-Wirkungen auf gezüchtete Lungenkrebszellen hat.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden im FASEB Journal veröffentlicht und zeigten, dass wenn man den Lungenkrebszellen CBD hinzufügt, dies das Wachstum der Tumoren und Metastasen hemmt.

Zuvor kam eine Studie aus dem Jahr 2008 zu dem Ergebnis, dass THC, der primäre psychoaktive Bestandteil von Cannabis, ähnliche positive Effekte auf Lungenkrebszellen hat. Unter Verwendung von Zelllinien, die sowohl im Labor als auch bei in-vivo-Tests mit Mäusen angewendet wurden, fanden die Forscher heraus, dass THC das Tumor- und Metastasenwachstum eindämmt.

Es existiert ein wachsender Forschungsmaterialbestand über die Effekte von Cannabinoiden wie THC und CBD bei diversen Arten von Krebs. Obwohl noch nichts gewiss ist, legen die Untersuchungen nahe, dass Cannabinoide auf mindestens zwei unterschiedliche Arten Anti-Tumor-Wirkungen besitzen.

Zunächst aktivieren Cannabinoide wie THC und ähnliche synthetische Stoffe Cannabisrezeptoren im Körper. Diese Aktivierung löst auf irgendeine Art eine spezielle Stressreaktion in den Tumorzellen aus. Diese nennt sich Apoptose, eine natürliche Art von Zelltod.

Auf die gleiche Weise können Cannabinoide wie THC und CBD Tumore verhungern lassen. Obwohl nicht ganz klar ist, wie sie das tun, haben Untersuchungen gezeigt, dass die Cannabinoide Tumore daran hindern können, eigene Blutgefäße zu bilden, um Blut und Nährstoffe an den Tumorstellen zu transportieren.

Doch die Belege über die Wirkung, die Cannabis auf Krebs hat, sind nicht nur auf das Labor beschränkt. Eine Vielzahl von Patienten haben eine Nutzung von Cannabis als Behandlung bei Tumoren offen befürwortet.

 

ALSO KANN CANNABIS WIRKLICH LUNGENKREBS HEILEN?

Auch wenn ein wachsender Teil wissenschaftlicher Literatur und auch anekdotische Beweise von Ärzten und Patienten die Anti-Tumor-Wirkung von Cannabis befürworten, ist es zu früh, um sagen zu können, dass die Pflanze tatsächliche und verlässliche Heilung verspricht.

Auch wenn wir daran glauben, dass es in manchen Fällen wirklich helfen kann, benötigen wir mehr Studien und klinische Tests, um konkrete Rückschlüsse über die Wirkung von Cannabis bei Lungenkrebs ziehen zu können.

Hinweis: Wir haben die allergrößte Sorgfalt und Vorsicht walten lassen, während wir diese Artikel geschrieben haben. Beachte bitte gleichwohl die Tatsache, dass wir in keinster Weise Ärzte sind. Cannabis.info ist grundsätzlich eine Nachrichten- und Informations-Webseite. Dieser Inhalt zielt nicht darauf ab, ein Ersatz für professionellen medizinischen Rat, eine Diagnose oder Behandlung zu sein.

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